„Das Momentum war bei uns“
  19.04.2022 •     Handball Männer 1

Der TVOe-Trainer Benjamin Brack konzentriert [...] (Foto: Maximilian Hamm)

[...] und bei der Rotwein-Dusche mit Simon Bauer [...] (Foto: Alessandro Marcigliano)

[...] Co-Trainer Gregor Walz feuert im Trikot von Stefan Straub an, [...] (Foto: Alessandro Marcigliano)

[...] am Ende bejubeln die Handballer und Fans den Aufstieg. (Foto: Alessandro Marcigliano)

Der Handballtrainer Benjamin Brack, 38, spricht über seine erste Saison beim TV Oeffingen, den größten Erfolg der Abteilungsgeschichte und die Vorbereitung auf die Runde in der Württemberg-Liga.

Mit dem 33:28-Sieg bei der SG Weinstadt am vergangenen Donnerstag sind die Handballer des TV Oeffingen in die Württemberg-Liga aufgestiegen. „Unser Trainer Benjamin Brack hat einen großen Anteil an diesem größten Erfolg der Abteilungsgeschichte. Der Aufstieg trägt seine Handschrift“, sagt Christoph Keller, der Abteilungsleiter des TVOe über den Coach, der das Team erst seit Sommer 2021 anleitet. Was sagt Benjamin Brack selbst über seinen erfolgreichen Einstand in Oeffingen?

Was meint Christoph Keller mit „Ihrer Handschrift“, Herr Brack?

Wir haben in dieser Saison alle eine enorme Entwicklung durchgemacht, vor allem taktisch. Ich habe sehr viel geändert wie zum Beispiel das Spielen ohne Torwart sowie zwei verschiedene Abwehrsysteme. Die Mannschaft hat die Änderungen sehr gut angenommen – das beste Beispiel ist Ben Soika –, und je erfolgreicher wir waren, desto größer ist das Vertrauen untereinander geworden. Wir hatten jetzt hinten raus in den entscheidenden Spielen überragende Leistungen von Jakob Jungwirth, der schon ein wenig aus dem Kollektiv herausgestochen ist.

Wie haben Sie das finale Saisonspiel und das Drumherum erlebt?

Die Spieler waren schon teilweise sehr angespannt. Für viele war es das erste Finale der Karriere und somit ein ganz besonderes Spiel. Als wir dann in der Halle angekommen sind, hat die Anspannung sich in positive Gefühle gewandelt, in positive Emotionen. Dann haben wir ja mitbekommen, dass immer mehr Zuschauer in die Halle strömen, viele sind extra mit Fanbussen angereist; beim Einlaufen standen schon 300 Leute, das war ein emotionales Hochgefühl, das hat uns zusätzlich gepuscht. Wir haben nach der Pause unseren Vorsprung von vier Toren wieder weggeworfen, aber letztlich haben wir das Momentum immer bei uns gehalten. Wir haben es nicht zugelassen, dass die Weinstädter in Führung gehen. Es war wichtig für uns, dass wir die Führung im Rücken haben. Bis zur 57. Spielminute war es ein offenes Spiel, uns ist nichts geschenkt worden.

Sie haben in dieser Saison immer wieder auf Spieler verzichten müssen. Beim Saisonfinale ist kurzfristig auch noch der Ur-Oeffinger Stefan Straub coronabedingt ausgefallen. Wie konnten Sie diese Rückschläge verkraften?

Für Stefan tut es mir leid, dass er bei unserem Finale nicht auf dem Feld dabei sein konnte. Er ist ein absoluter Vorzeigespieler für jeden Trainer, er hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Wir hatten von Anfang an gewusst, dass wir einen großen Kader haben, und das war hinten raus ein großer Vorteil für uns. Wir mussten ja auch die gesamte Runde verletzungsbedingt auf unseren Tormann Fabrice Wersch verzichten.

Nach dem Aufstieg sind Sie mit Ihrer Familie in den Urlaub gefahren, Spieler und Fans feiern wohl heute noch. Wann gehen Sie die Planung für die neue Saison in der Württemberg-Liga an?

Wir werden Mitte Juni starten. In Luca Bohl, Paul Saur und zuletzt auch Andreas Dunz (vom TSV Denkendorf, Anm. d. Red.) haben wir bereits einige Zugänge. Aber auf der Position halb links ist schon noch ein Loch. Wir müssen uns jetzt aber erst einmal in unseren eigenen Reihen umschauen. Es gab ja schon Spieler, die aufhören wollten, jetzt aber noch einmal Blut geleckt haben.

Sie haben viele Glückwünsche erhalten, auch von ihrem Vater Rolf Brack, der ja früher in der Bundesliga als Trainer aktiv war. Wie viel Rolf Brack steckt denn in Benjamin Brack?

Die Trainergene sind auf jeden Fall da. Ich lebe noch ein bisschen mehr von der Statistik und von der Videoanalyse. Aber ich habe selbstverständlich viel von zu Hause mitbekommen. Als mein Vater in der Saisonvorbereitung zwei Wochen für mich eingesprungen ist, hat er gleich zwei meiner Spielzüge abgeschafft. Das war dann schwer für mich, diese wieder einzuführen und zu sagen: Was mein Papa erzählt hat, war Quatsch. (lacht)

Das Gespräch führte Maximilian Hamm.

 

TRAINER, LEHRER, FAMILIENVATER

Privates Benjamin Brack, 38, wird in Stuttgart geboren und wohnt heute mit seiner Familie – Ehefrau Barbara und den Söhnen Benedikt, 6, und Bastian, 3, – in Ostfildern. Er arbeitet als Lehrer am Otto-Hahn-Gymnasium in Ostfildern und unterrichtet dort die Fächer Mathematik und Physik.

Sportliches Als Spieler startet Benjamin Brack bei der HSG Schönbuch, ist dann auch beim TSV Scharnhausen und beim TSV Wolfschlugen aktiv. Seine Trainerstationen waren: VfL Pfullingen, SKV Unterensingen und TSV Wolfschlugen. Seit Sommer 2021 leitet er die Handballer des TVOe an.

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erstellt von Fellbacher Zeitung (MAX)

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