Mit Stadtderby ins neue Jahr
  13.01.2023 •     Handball Männer 1

Der Fellbacher Maximilian Pfeil (beim Wurf gegen Robin Mack) ist nach langer Verletzungspause wieder fit und wird im Stadtderby gegen den TSV Schmiden dabei sein. (Foto: Maximilian Hamm)

In der Württemberg-Liga stehen sich an diesem Freitagabend die Handballer des TSV Schmiden und des SV Fellbach gegenüber. Der TV Oeffingen empfängt tags darauf den SV Leonberg/Eltingen.

Für die Handballer des TSV Schmiden und des SV Fellbach beginnt das neue Jahr in der Württemberg-Liga gleich mit einem Paukenschlag. Denn bereits an diesem Freitagabend (20.30 Uhr) empfängt der Tabellendritte den Mitabsteiger aus der Baden-Württemberg-Oberliga zum Stadtderby in der Schmidener Sporthalle. Der Liga-Konkurrent TV Oeffingen ist erst am Samstag (20 Uhr, Sporthalle Oeffingen) gefordert. Er empfängt im ersten Rückrundenspiel den SV Leonberg/Eltingen.

Hagen Trostel, der Trainer des TSV Schmiden , ist mit dem bisherigen Saisonverlauf „absolut zufrieden“. Mit 18:8 Punkten sei die Ausbeute deutlich besser als erwartet. Ärgerlich sei, dass man den einen oder anderen Punkt verschenkt habe – wie bei der knappen 31:32-Heimniederlage gegen die HSG Albstadt (Hagen Trostel: „Das Spiel habe ich verzockt.“) oder beim 25:25-Remis gegen den SV Leonberg/Eltingen, bei dem die Mannschaft einfach nicht gut genug gespielt hat.

In der Rückrunde gilt es nun, das spielerische Potenzial zu erweitern, um im Angriff variabler agieren zu können, und die Abwehr zu stabilisieren. Denn der Blick von Hagen Trostel geht nach oben – auch wenn ein sofortiger Wiederaufstieg zu Saisonbeginn nicht auf der Agenda stand. Zwar beträgt der Rückstand auf den Ligaprimus HSG Ostfildern fünf Punkte, auf den zweiten Platz, der am Ende ebenso zum Aufstieg berechtigt und den aktuell der TSV Deizisau einnimmt, ist es nur ein Zähler. „Wir schenken die Saison auf jeden Fall nicht ab. Wenn es gleich wieder nach oben gehen sollte, sagen wir natürlich nicht nein“, sagt Hagen Trostel, dessen Zukunft beim TSV über die Saison hinaus noch offen ist. Wohl aber sagt er, dass er beim TSV Schmiden „sehr zufrieden“ sei. Gespräche werden derzeit geführt.

Für das Stadtderby muss der TSV Schmiden allein wegen der Tabellensituation die Favoritenrolle annehmen. „Ob wir aber tatsächlich der Favorit sind, muss sich zeigen“, sagt der Coach. Schließlich hätten solche Stadtderbys immer ihre eigenen Gesetze. Personell sieht es gut aus, außer den Langzeitverletzten Marvin Züfle und Moritz Grimm sowie Christian Müller, der in der Rückrunde die zweite Mannschaft in der Landesliga als Spielertrainer anführt und nur noch im Notfall aushilft (siehe Artikel rechts), sind alle Spieler einsatzfähig.

Auch Andreas Blodig, der Spieltrainer des SV Fellbach , wird wohl mit seinem besten Aufgebot in Schmiden antreten. Dass er den Gastgeber in der Favoritenrolle sieht, liegt nicht nur an der Tabellensituation, sondern auch an der Leistung seines Team in den letzten fünf Spielen vor der Weihnachtspause. Die Bilanz: enttäuschende 0:10 Punkte und das Abrutschen auf den siebten Platz. „Wir müssen uns erst wieder Selbstvertrauen holen“, sagt der Rückraumspieler, der nur mit dem ersten Teil der Hinrunde zufrieden war. In den ersten acht Spielen holte der SVF 13:3 Punkte und mischte vorn in der Tabelle mit. „Inzwischen müssen wir uns nicht mehr nach oben orientieren. Der Zug ist abgefahren“, sagt Andreas Blodig. Das neue vorrangige Ziel heißt, schnell viele Punkte sammeln, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Bei möglichen drei bis fünf Absteigern eine durchaus große Aufgabe.

Erfreulich ist, dass Maximilian Pfeil, der zuletzt wegen Schulterproblemen pausiert hatte und im rechten Rückraum schmerzlich vermisst wurde, das Training wieder aufgenommen hat und im Stadtderby dabei sein wird. „Es sieht gut aus, er hat keine Schmerzen“, sagt Andreas Blodig. Mit der Rückkehr des Linkshänders haben die Fellbacher nun auch wieder mehr spielerische Möglichkeiten im Angriff. „Wenn man auf der rechten Rückraumposition immer nur mit Rechtshändern spielt, gehen einem irgendwann die Ideen und Lösungen aus“, sagt der zum Saisonende scheidende Spielertrainer. Wer ihm nachfolgen wird, wollen die Verantwortlichen in der kommenden Woche bekannt geben. „Wir stehen kurz vor dem Vertragsabschluss“, sagt der Manager Hans Ulmer. Außer Andreas Blodig, der unter seine erfolgreiche Trainer- und Spielerkarriere einen Schlussstrich setzt, werden nach aktuellem Stand auch Moritz Schäfer (beruflich wohl für ein Jahr ins Ausland) und Patrick Heß (Laufbahnende) dem SVF zur nächsten Saison nicht mehr zur Verfügung stehen.

Einzig der Klassenverbleib ist auch das Ziel des Aufsteigers TV Oeffingen. Zwar hat das Team um den Trainer Benjamin Brack die Weihnachtspause auf dem neunten Rang verbracht, die Platzierung aber trügt, beträgt der Vorsprung zum Tabellen-13. doch nur zwei Punkte. „Ich hoffe, dass wir jetzt einen besseren Start hinlegen“, sagt der TVOe-Coach, dessen Entourage erst am sechsten Spieltag die ersten Punkte auf dem Konto verbuchte. Zuletzt allerdings gab es drei Siege in Folge, unter anderen gegen den Aufstiegsfavoriten aus Ostfildern.

Damit der TVOe sein Ziel erreicht, muss vor allem das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart besser werden. Mit bislang 431 Gegentoren sind die Oeffinger in dieser Statistik Spitzenreiter. Zudem muss das Tempospiel, das zuletzt schon deutlich besser war, forciert werden.

Mit dem SV Leonberg/Eltingen wartet auf die Oeffinger am Samstag allerdings eine Herkulesaufgabe. Der sechste Platz der Gäste täusche über das wahre Leistungsvermögen hinweg, sagt Benjamin Brack. „Die Mannschaft hatte zwischendurch viel Verletzungspech. Für mich ist sie mit der HSG Ostfildern die beste in der Liga.“ So gab es gegen den SV Leonberg/Eltingen auch die bislang höchste Niederlage in dieser Spielzeit – 24:36. Bis auf die Langzeitverletzten sind am Samstag alle Spieler mit von der Partie. Überdies hat der Trainer seinen Vertrag beim TV Oeffingen jüngst um eine weitere Saison verlängert – ligaunabhängig.

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erstellt von Fellbacher Zeitung

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