Jetzt darf das Training wieder Spaß machen
  30.06.2020 •     Handball Männer 1 Männer 2 Männer 3 Frauen Jugend

Nach dem Aufstieg in die Verbandsliga noch vor der Corona-Krise dürfen die Oeffinger Handballer in dieser Woche so richtig ins Vorbereitungstraining einsteigen. (Foto: Patricia Sigerist)

Von diesem Mittwoch an können nach der neuesten Corona-Verordnung in Baden-Württemberg Mannschafts-, Kontakt- und ganz generell Breitensportler ihr aus der Vergangenheit gewohntes Training aufnehmen. Auch Fellbacher Sportler begrüßen das.

Die Freude war dem einen oder anderen am vergangenen Donnerstag ins Gesicht geschrieben. Auch in dieser Woche hält die gute Laune an ob der jüngsten Nachricht der Landesregierung. Trotz der nach wie vor herrschenden Coronavirus-Pandemie dürfen Mannschafts-, Kontakt- und Breitensportler von diesem Mittwoch an wieder ihr aus der Vergangenheit gewohntes Training aufnehmen – rechtzeitig zum Einstieg in die Saisonvorbereitung für viele der Sportler. Die Abstandsregel gehört damit der Vergangenheit an, „sofern das die für die Sportart üblichen Situationen erfordern“, heißt es aus dem Staatsministerium. Allerdings bleiben Hygiene- und Dokumentationspflichten bestehen. Auch die maximale Gruppengröße ist bis auf Weiteres auf 20 Menschen beschränkt. Dennoch bedeuten diese neuen Lockerungen für die vielen Breitensportler einen weiteren Schritt zurück zur Normalität, wie auch der folgende kleine Überblick in der Fellbacher Sportwelt zeigt.

„Wir haben gehofft, dass es bald weitere Lockerungen gibt. Jetzt freuen wir uns natürlich riesig“, sagt Andreas Blodig. Der Spielertrainer der Handballer des SV Fellbach ist mit seiner Gefolgschaft am 22. Juni in die Vorbereitung auf die neue Runde in der Baden-Württemberg-Oberliga gestartet. Die eine Hälfte hat auf dem Beachvolleyballfeld unter Einhaltung der Abstandsregeln Athletik trainiert, die andere war joggen. Das erste Hallentraining tags darauf war auch nicht gerade motivationsfördernd. Das obligatorische Warmmachspiel fiel aus, stattdessen liefen die Akteure minutenlang die Halle rauf und runter. Es folgten – gruppenweise in jeweils einer Hallenhälfte – ein paar Pass- und Wurfübungen. Das war es dann aber auch schon mit der Herrlichkeit. „Spaß macht das nicht wirklich. Handball lebt nun mal vom Zweikampf“, sagt Andreas Blodig. Gesundheitliche Bedenken wegen der neuen Lockerungen hat der 33-Jährige keine. „Die Fallzahlen sind aktuell niedrig, ich hoffe, das bleibt auch so“, sagt der Fellbacher Spielertrainer.

Christoph Keller, der Abteilungsleiter der Oeffinger Handballer, begrüßt ebenfalls die Lockerungen. Vor allem für die vielen Jugendlichen sei es wichtig, dass sie ihr Hobby wieder richtig betreiben können. Gleichwohl bleibt eine gewisse Restsorge, was das Coronavirus betrifft. „Nur weil man jetzt wieder richtig trainieren darf, ist das ja noch lange keine Garantie, dass nichts mehr passieren wird“, sagt der Abteilungschef. Für Pascal Diederich, der das erste Männerteam des TV Oeffingen künftig in der Verbandsliga anleiten wird und vergangene Woche in die Vorbereitung gestartet ist, passen die Lockerungen absolut perfekt in seinen Zeitplan. „Jetzt können wir richtig planen und trainieren“, sagt er. Und da mittlerweile die Handball-Bundesliga beabsichtigt, ihren Spielbetrieb im Oktober aufzunehmen, dürften die unteren Ligen nachziehen und nicht viel später den Start der neuen Saison terminieren – darauf hofft auch Pascal Diederich.

Aufgeatmet haben auch die Fellbach Warriors, deren Oberliga-Saison 2020 ja komplett abgesagt wurde. „Jetzt können wir wenigstens ein paar Freundschaftsspiele und unser Benefizturnier organisieren“, sagt Frank Wahlenmaier, Pressesprecher der American-Football-Abteilung des SV Fellbach. Letzteres aber nicht vor dem 1. August. Bis dahin dürfen nur 100 Athleten und 100 Zuschauer an einem Wettbewerb teilnehmen, bei Vorlage eines entsprechenden Hygienekonzepts bis zu 250 Zuschauern. Danach und bis vorerst 31. Oktober soll die Zahl auf 500 aufgestockt werden, wobei hier dem Veranstalter die zahlenmäßige Verteilung zwischen Sportlern und Zuschauern freigestellt sein soll.

In den Trainingsbetrieb starten werden in dieser Woche auch noch die Judoka des SV Fellbach, bei denen in den vergangenen Wochen fast ausschließlich Online-Training angeboten wurde. „Das Training im Freien mit vier Sportlern und einem Trainer auf 1000 Quadratmetern war für uns überhaupt nicht praktikabel“, sagt die Budo-Abteilungsleiterin Martina Bobert. „Die Kinder und Jugendlichen wollen kämpfen, wenn sie ins Training kommen“, sagt sie. Außerdem sei nach der langen Pause für viele das Gruppenerlebnis wichtig. Dass es jetzt wieder auf der Matte losgehen kann, sei aber auch deshalb wichtig, weil die Verantwortlichen ansonsten wohl um ihren Nachwuchs hätten bangen müssen. „Wenn die Pause noch länger gedauert hätte, hätten sich vielleicht viele für eine andere Sportart entschieden, bei der richtiges Training dann schon wieder möglich ist“, sagt Martina Bobert.

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erstellt von Fellbacher Zeitung (Susanne Degel)

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